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Notfallseelsorge
- was ist das?
Ein schwerer Unfall mit Toten und Verletzten. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste
sind zur Stelle, versorgen und bergen. Alltag für jene, die rund
um die Uhr versuchen, Leben zu retten. Und dennoch bleiben Fragen offen.
Wie erfahren die Angehörigen nach einem Unfall vom Schicksal eines
Familienmitglieds? Wer kümmert sich in den ersten Stunden nach einem
Suizidversuch um den Betroffenen – dann, wenn der Notarzt das Haus
verlassen hat? Hier setzt die Arbeit der Notfallseelsorge ein, die auch
Krisen-interventionsdienst (KID) genannt wird.
Ziel ist die seelsorgerliche und psychologische Betreuung von Menschen
in akuten Notsituationen. Die Notfallseelsorge begleitet etwa Polizisten
beim Überbringen einer Todesnachricht, versucht durch Gespräche,
den Aufbau einer schützenden Atmosphäre, bisweilen auch durch
Gebet und Se-gen „erste Hilfe für die Seele“ zu leisten.
Wie ist der Dienst organisiert?
Die Notfallseelsorge wird von den Einsatzkräften informiert.
Mit einem eigenen Fahrzeug, das von einem Rettungssanitäter gefahren
wird, kommen die Seelsorger dann zum Einsatzort. Die Notfallseelsorge
ist eine ökumenische Einrichtung; auf evangelischer Seite arbeiten
im Wechsel ein gutes Dutzend Pfarrerinnen und Pfarrer aus dem Dekanat
Worms-Wonnegau mit. Nach einem Dienstplan hat jeder Mitarbeitende etwa
zweimal im Jahr für eine Woche rund um die Uhr Einsatzbereitschaft.
Das bedeutet: Immer erreichbar sein über ein Notfallhandy und sich
dabei stets in Worms und Umgebung aufhalten. „Anspannung verspüren
die Kolleginnen und Kollegen nicht nur beim Einsatz, sondern auch in der
Wartezeit, weil man innerlich immer vorbereitet sein muss“, erklärt
Pfarrer Lothar Decher, der die Notfallseelsorge für das evangelische
Dekanat Worms-Wonnegau koordiniert. Weil trotz der guten seelsorgerlichen
Grundausbildung immer wieder Fachwissen erforderlich ist, bietet Pfarrer
Decher auch Studientage und regionale Fortbildungen an. Die Rettungsdienste
und Behörden sehen dabei in den Kirchen zuverlässige Partner.
„Wir tun diesen Dienst, wissend, dass Seelsorge zu unseren ureigensten
Aufgaben gehört“, erklärt Lothar Decher, der auch gerne
bereit ist mit Mitarbeitern der Rettungsdienste in gemeindliche Veranstaltungen
zu kommen, um über die Arbeit zu informieren. |
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